Bauherrenhaftpflicht Test

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen, die ein Bauherr abschließen sollte. Denn kommt es auf der Baustelle zu einem Schaden, wird er dafür verantwortlich gemacht, was genauso gut den finanziellen Ruin bedeuten kann. Daher werden Bauherren immer wieder dazu angehalten, eine entsprechende Versicherung abzuschließen, die sie vor derartigen Geschehnissen schützt. Wir haben einen Bauherrenhaftpflicht Test unternommen und erklären Ihnen nachfolgend, was Sie beachten müssen und nehmen Tests unter die Lupe.

Ohne eine Bauherrenhaftpflicht muss der Bauherr für alle entstehenden Kosten selbst aufkommen.

Service Value testet beste Versicherer mit Bauleitsungen

  1. AXA Sehr gut
  2. Die Continentale Sehr gut
  3. ERGO Sehr gut
  4. Gothaer Sehr gut
  5. Grundeigentümer Versicherung Sehr gut
  6. Asspario Gut
  7. Nürnberger Gut
  8. R+V Gut
  9. Zurich Gut

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Die Definition der Bauherrenhaftpflicht

Bauherrenhaftpflicht Test

Bauherrenhaftpflicht Test

Die Bauherrenhaftpflicht ist eine Versicherung, welche den Bauherren vor den Schadenersatzansprüchen seitens eines Dritten schützt, diese aber ebenso übernimmt, wenn es zu Verletzungen kommt. Der Bauherr muss, um eine Inanspruchnahme zu ermöglichen, einige Verpflichtungen erfüllen. Diese sind:

  • Persönliche Absicherung der Baustelle
  • Aufklärung seiner auf der Baustelle tätigen Mitarbeiter
  • Einsatz qualifizierter Firmen oder Handwerker
  • Überwachung aller Tätigkeiten auf der Baustelle
  • Eingriff bei Notwendigkeit

Dies gilt auch, wenn der Bauherr die Verantwortung an jemand anderen abgibt, weil ihm selbst die fachliche Kompetenz fehlt. Kommt es jedoch zu einem Schadensfall, haftet nur der Bauherr selbst.

Prämie hängt von der Bausumme ab

Die Bausumme spielt beim Antrag der Versicherung eine erhebliche Rolle. Denn daran orientiert sich die Höhe des Beitrages. Die meisten Versicherer bieten eine geeignete Versicherung ab einer Bausumme von 250.000 Euro an. Die darin enthaltene Deckungssumme ist ebenfalls wichtig. In der Regel umfasst diese etwa 15 Millionen Euro, es gibt aber auch Anbieter, die andere Deckungssummen in ihren Verträgen einbinden. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld über die verfügbaren Versicherungen zu informieren.

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Haftpflichtversicherung kann ausreichen

Es gibt auch Möglichkeiten, sich anderweitig zu schützen. So beispielsweise mit einer Haftpflichtversicherung. Diese greift häufig in einem ähnlichen Rahmen bei Personen- und Sachschäden, sowie daraus resultierenden Vermögensschäden. Allerdings nur bis zu einer Summe von 25.000 oder 100.000 Euro. Überschreitet die Bausumme dementsprechend diese Summe nicht, reicht eine Haftpflichtversicherung ebenfalls aus. Es ist jedoch empfehlenswert, sich diesbezüglich mit seiner Versicherung zu beraten, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Prämie wird einmalig bezahlt

Die meisten Versicherungen sind so strukturiert, dass der Prämienbeitrag nur einmalig, beim Abschluss der Versicherung gezahlt wird. Es ist dabei unerheblich, wie lange die Bauzeit eigentlich dauert. Der Bauherr ist dank der Versicherung über den gesamten Zeitraum geschützt. Zur Sicherheit wird in den meisten Versicherungen jedoch schriftlich festgehalten, wie lange die Bauzeit in etwa dauert. Nach der Fertigstellung wird die Versicherung dann umstrukturiert, da dann ein völlig anderer Bedarf abgedeckt werden muss.

Welche Leistungen die Bauherrenhaftpflicht unbedingt umfassen sollte

In der Bauherrenhaftpflichtversicherung sollten bestimmte Leistungen unbedingt abgesichert sein, die jedoch bei der Privathaftpflicht nicht enthalten sind. Dazu zählen beispielsweise:

  • Sachschäden, die durch Senkung des Grundstücks zustande kommen
  • Schäden, die durch eine Gewässerveränderung entstehen
  • Sachschäden, die infolge von Erschütterungen (Rammarbeiten eingeschlossen) entstehen
  • Schäden, die durch allmähliche Einwirkung entstehen (Temperaturschwankungen, Niederschläge, Feuchtigkeit)

Sofern die Versicherung diese Risiken ebenfalls absichert, zählt sie schon einmal zu den guten Angeboten. Doch auch der Rest muss stimmen, wie man im später aufgeführten Test noch nachlesen kann. Denn nur eine Versicherung mit gutem Leistungsumfang schützt Sie im Schadensfall.

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Schadenbeispiele für den Einsatz der Bauherrenhaftpflicht

Es gibt einige typische und gute Beispiele für den Einsatz einer Bauherrenhaftpflichtversicherung. Darunter befindet sich beispielsweise:

  • Dachziegel fällt auf den Kopf eines Passanten
  • Kinder spielen auf der Baustelle, eines verletzt sich
  • Auto des Nachbarn wird durch Eigenverschulden zerkratzt

Jeder dieser Fälle kann den Bauherren viel Geld kosten. Alleine die Genesungskosten für Fall 1 und 2 sind erheblich und nicht mit 500 Euro Schadenersatz erledigt. Oftmals fallen die Genesungs- und Rehabilitationskosten so hoch aus, dass sie im fünfstelligen Bereich liegen. Daher ist es wichtig, sich so früh wie möglich um eine geeignete Versicherung zu bemühen, die dann im Schadensfall dem Versicherten mit allen Mitteln zur Seite steht. Ausschlaggebend ist hierbei jedoch, wie bereits erwähnt, dass der Bauherr sämtliche Vorkehrungen zur Sicherheitseinhaltung getroffen hat. Weitere Haftpflichtarten:

Welches Risiko nicht abgesichert ist

Es gibt auch Fälle, bei denen die Versicherung eine Übernahme des Schadens ablehnt. Dies ist in erster Linie immer dann der Fall, wenn es sich um grobe Fahrlässigkeit handelt, weil der Bauherr seine Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten hat. Es gibt jedoch auch noch andere Fälle, bei denen die Versicherung die Zahlung des Schadens nicht übernimmt. Dabei handelt es sich oft um:

  • Vorsatz
  • Der Geschädigte ist Teil der mitversicherten Personen
  • Höhere Gewalt (beispielsweise Veränderung des Grundwasserspiegels)
  • Schäden an gemieteten oder geliehenen Gegenständen

Für solche Fälle gibt es jedoch passende Ergänzungen, die der Bauherr in einer separat abgeschlossenen Versicherung abdecken kann.

Bauleistungsversicherung und Feuerrohbauversicherung

Diese beiden Versicherungen sind eine gute Ergänzung zur Bauherren-Haftpflichtversicherung. Die Bauleistungsversicherung übernimmt jegliche Schäden, die das Bauwerk beschädigen. Dazu gehört beispielsweise das Eindringen von Wasser, infolge dessen die Bausubstanz beschädigt wird. Die Feuerrohbauversicherung springt unterdessen ein, wenn der Rohbau durch Blitzeinschlag oder einen Brand beschädigt wird. Ohne zusätzliche Versicherung kann dies für den Bauherren sehr teuer werden. Daher gilt es, sich frühzeitig zu schützen.

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Empfehlung der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest unternahm im Jahr 2011 einen umfassenden Test zur Bauherrenhaftpflichtversicherung (Stand 2017). Im Zuge dessen gab sie ebenfalls ein paar Tipps, auf die man zurückgreifen kann. Beispielsweise empfiehlt die Stiftung folgende Versicherung für den Zeitraum während als auch nach der Bauzeit:

Während der Bauzeit:

  • Bauherrenhaftpflichtversicherung
  • Bauleistungsversicherung
  • Feuerrohbauversicherung

Nach der Bauzeit

  • Wohngebäudeversicherung
  • Gewässerschadenhaftpflicht
  • Elementarschadenversicherung
  • Fotovoltaikversicherung

Die zuletzt genannte Versicherung ist natürlich nur dann notwendig, sofern es eine Fotovoltaikanlage auf dem Gelände gibt. Ansonsten kann man sich recht gut an die Empfehlungen des Instituts halten, um eine gute Zusammenstellung an Versicherungen zu erlangen.

Die besten Ergebnisse im Test

Im Test von 2011 unterschied die Stiftung Warentest schließlich Versicherungen, die für jedermann abschließbar sind und die wichtigsten Leistungen enthalten und jene, die zwar empfehlenswert sind, aber nicht alle wichtigen Leistungen umfassen. Die Testergebnisse waren wie folgt (die Bausumme lag zwischen 50.000 und 250.000 Euro):

Beste Angebote mit wichtigsten Leistungen:

  • Bruderhilfe (15 Millionen Euro abgesichert, 113 Euro Beitrag)
  • Huk-Coburg (15 Millionen Euro abgesichert, 98 Euro Beitrag)
  • GHV Darmstadt (5 Millionen Euro abgesichert, zwischen 42 und 178 Euro Beitrag)
  • Itzehoer (5 Millionen Euro abgesichert, zwischen 72 und 128 Euro Beitrag)

Beste Angebote aller anderen Versicherungen:

  • Axa (10 Millionen Euro abgesichert, zwischen 117 und 142 Euro Beitrag)
  • WGV (6 Millionen Euro abgesichert, zwischen 30 und 118 Euro Beitrag)
  • Asstel (5 Millionen Euro abgesichert, zwischen 31 und 103 Euro Beitrag)
  • Barmenia (5 Millionen Euro abgesichert, zwischen 58 und 220 Euro Beitrag)
  • Debeka (5 Millionen Euro abgesichert, zwischen 33 und 134 Euro Beitrag)

Des Weiteren riet die Stiftung Warentest, sich bei regionalen Anbietern umzusehen. Denn im Test waren einige Anbieter auch mit regionalen Angeboten vertreten, die jedoch nicht für jeden verfügbar sind.

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Weitere Tipps der Stiftung

Bei der Wahl der richtigen Versicherung riet die Stiftung Warentest vor allem, seinen eigenen Bedarf zu prüfen. Oftmals ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht notwendig. Des Weiteren sollte der Abschluss bereits beim Kauf des Grundstücks getätigt werden. Kommt es zu einem Umbau, werden die Leser dazu angehalten, die Privathaftpflicht zu überprüfen, denn auch dann ist eine Bauherrenhaftpflicht sinnvoll. Auch hängt die Höhe der Prämie immer davon ab, ob man das Haus in Eigenleistung aufbaut, oder dafür professionelle Dienstleister einsetzt.

Eigenen Vergleich anstellen

Ehe man sich auf den Abschluss einer Versicherung einlässt, sollte man einen eigenen Vergleich anstellen. Diesen unternimmt man am besten, indem man Testberichte von seriösen Anbietern liest (dazu zählen Stiftung Warentest, Ökotest, Focus Money und Berichte von unterschiedlichen Analyse- und Assekuranzunternehmen), einen Online-Rechner nutzt und die Erfahrungsberichte anderer Verbraucher in diversen Foren liest. Auf diesem Weg findet man sehr gut zur eigenen Versicherung. Denn auf diesem Weg lassen sich die vielen Anbieter eingrenzen.

Investition der Kosten lohnt sich

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist im Grunde nicht sehr teuer. Die Investition lohnt sich allerdings im Schadensfall. Denn wenn die Baustelle fachgemäß abgesichert ist und es dennoch zu einem Schaden kommt, kostet dies den Bauherren meist ein Vermögen. Daher empfiehlt sich grundsätzlich der Abschluss einer Bauherrenhaftpflicht. Allerdings ist die Haftpflichtversicherung für den Bauherr ebenfalls eine Alternative, bietet jedoch nur bis zu einem gewissen Betrag Schutz und enthält nicht unbedingt alle Leistungen einer Bauherrenhaftpflicht.

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Quellen: